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7000 Euro für die Brömserburg

burg

Die Pächter hoffen, dass die Brömserburg im zweiten Anlauf in ein Förderprogramm aufgenommen wird. Nachdem sie 2021 nicht zum Zuge kamen, versucht die Stadt Rüdesheim erneut, mit der Brömserburg in das Förderprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ zu kommen. Sieben Millionen Euro sollen für den Brandschutz, Restaurierungs- und Renovierungsarbeiten sowie den barrierefreien Zugang zur Burg beantragt werden, sobald das Programm wieder aufgelegt ist. Das hat die Stadtverordnetenversammlung bei fünf Gegenstimmen aus den Reihen von WIR und AfD sowie drei Enthaltungen aus den Reihen von GfR und WIR mehrheitlich beschlossen.


Vor einem Jahr war ein gleichlautender Antrag noch einstimmig beschlossen worden. Seinerzeit hatte die „Brömserburg – Die Burg Am Rhein GmbH & Co. KG“, die die Brömserburg für 50 Jahre von der Stadt gepachtet hat, allerdings noch zugesichert, die zehn Prozent zurückzuzahlen, die die Stadt wahrscheinlich als Eigenanteil aufbringen muss. Das ist nach den Förderrichtlinien jedoch ausgeschlossen, wie Bürgermeister Klaus Zapp (parteilos) im Haupt- und Finanzausschuss erläutert hatte. Dass die Burg KG, der die Stadt im Erfolgsfall die sieben Millionen Euro weiterreicht, noch die Mehrwertsteuer obendrauf bekommt, ist nach den Worten von Johannes Meuer vom Burg-Konsortium, ausgeschlossen. Soweit es den Bau betreffe, sei die KG nicht vorsteuerabzugsberechtigt. Die sieben Millionen Euro seien ausschließlich für die bauliche Ertüchtigung der Burg vorgesehen. Genaue Planungen sind nicht bekannt. Vorsichtshalber stimmten die Stadtverordneten einem Antrag der GfR zu, die Fördergelder auf Nettobasis abzurechnen.


Bisher wird seit 3 Jahren nur der Garten genutzt, die Toiletteanlage ist nicht mehr öffentlich zugänglich.
Dass die Stadt nun doch in die Burg investiert, obwohl sie dies bei Abschluss des Erbbaurechtsvertrags eigentlich ausgeschlossen hatte, ist nicht unumstritten. Nach allem was bekannt ist – Vertragsdetails wurden seinerzeit nicht veröffentlicht – gab es aber auch keine Verpflichtung für die Erbbaurechtsnehmer, an der Burg etwas zu machen. Sie könne genutzt werden wie bisher, sei ihnen damals zugesichert worden, hatte Meuer unlängst erklärt.

 

Doch das habe sich bald als Trugschluss erwiesen. Ein neuer Bauantrag mit Brandschutzkonzept wurde gefordert, als die neuen Bauherren in der Burg, in der zuvor ein Weinmuseum war, wieder ein Museum einrichten wollten. Genutzt wird zurzeit deshalb nur der Garten der Burg.
Der WIR-Fraktionsvorsitzende Michael Barth hatte es vor drei Jahren bei Vertragsabschluss schon geahnt: „Was ist, wenn bauliche Mängel auftreten?“, hatte er seinerzeit gefragt. Jetzt fordert er Nachverhandlungen. 700 000 Euro müsse die Stadt nun aufbringen, bekomme aber nur einen Euro Pacht pro Jahr. Geredet werden müsse über eine Beteiligung an den Einnahmen und darüber, die Toilettenanlage wieder öffentlich zugänglich zu machen. Aber diesbezüglich bisher nur unverbindliche Gespräche ohne Aussagen der Pächter.


Die CDU und die Mehrheit der GfR sieht das anders. Mit ihren Plänen für die Burg, in der ein interaktives Museum zu Rheinromantik und Wein geplant ist, die aber auch Schwerpunkt bei der Bundesgartenschau sein soll, schaffe das Bürgerkonsortium eine zusätzliche Attraktion in Rüdesheim. Eine Förderung von 700.000 Euro sei gerechtfertigt, weil davon die ganze Stadt profitiere. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Jürgen König sieht das genauso. Schließlich hätten die Burgherren zugesichert, dass sie auch selbst eine sechsstellige Summe investieren wollten. „Wir hätten es selbst nicht besser machen können“, so König. Damit hat er bezogen auf die Projekte der Stadt in der Vergangenheit sicherlich recht.